Ein schrecklicher Fall

Hier mal bewusst englisch: das tote Ende.

Eigentlich sollte hier vor kurzem ein Artikel über die schlimmsten Lügen des Gendermainstreaming erscheinen. Lügen wie, dass man zur Frau werden könne. Lügen in der Art, dass man sich nur hinreichend Mühe geben und die richtigen Experten bei hinreichend Geld bräuchte, um dann vollkommen als Frau akzeptiert zu werden und nicht mehr aufzufallen.

Das Schicksal jedoch schickte just im Moment des ersten Gedankens einen Artikel, der sofort einige Pseudoantworten aus dem phänomenologischen Lager vom Tisch wischte.

Es wäre gut, wenn Du diesen Artikel zunächst einmal in Ruhe liest. Erst dann sind die folgenden Bemerkungen sinnvoll und verständlich. Die Kommentare seien erst mal irrelevant. Ein Einbetten war leider nicht möglich, sodass Du die Seite hier dazu verlassen musst.

https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/nach-der-geschlechtsangleichung-es-hat-alles-nur-schlimmer-gemacht/23758764.html

Denkst Du nicht auch, dass hier die Gänze an Tragik des sogenannten Gendermainstreaming zum Tragen kommt? Hier haben wir einen Mann, der alles daran setzte eine Frau zu werden. Der alles auf diese Karte setzte und doch scheiterte. Natürlich kommen sie jetzt aus den Löchern gekrochen und behaupten, das wäre ja von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Er wäre ja gar nicht transsexuelle gewesen.
Erinnere Dich aber mal an den Artikel zu den unnützen drei Prozent.

Selber schuld, möchte man meinen. Man hätte ihn ja sicher gewarnt. Und zur Sicherheit wird dann auch gleich ein “Experte” zitiert, der Dich sofort beruhigt, bevor Du überhaupt auf den Gedanken kommen kannst, der Fall könne typisch oder üblich sein.

“Tatsächlich irren sich die Sachverständigen nur selten. Dem Psychiater Bernd Meyenburg zufolge wollen ‘deutlich weniger als ein Prozent’ der Transmenschen nach der Operation zu ihrem ursprünglichen Geschlecht zurückkehren. Selbst bei Blinddarmeingriffen, sagt Meyenburg, sei die Fehlerquote höher.
“Doch der Experte auf dem Gebiet sagt auch: Transmenschen hätten oft zu hohe Erwartungen an die Operation. ‘Einige glauben: Als Frau wird alles besser. Aber der Eingriff zaubert kein neues Leben.”

Merkst Du es? Bist Du jetzt auch erbost? Falls nein, möchte ich Dir ein paar Fragen stellen.

Wie kann man eine derartigen Eingriff mit einer Blinddarmoperation vergleichen? Mit den Todesfällen (<0.25%), erneuten OPs (ca. 1%), Wundinfekten (5-20%)?

Wichtiger jedoch: Woher hat er die Zahl? Gibt es dazu repräsentative Studien? Glaubst Du das Argument, welches in einem Kommentar zu lesen ist, dass fast alle TS nach der OP weiterhin in psychologischer Betreuung seien? Kannst Du mir Belege für dieses Wissen liefern?

Merkst Du wie Propaganda wirkt?

Würdest Du zu einem Arzt gehen, der nicht weiss, was er tut? Zu einem der einfach blind macht, was der Patient meint? Was hieltest Du von einem Arzt, der Menschen einfach mal blind operiert, um dann zu sehen, was denn so heraus kommt? Würdest Du solche ‘Experten’ oder doch eher Laien an Deinen Körper oder gar an den Körper Deines Kindes lassen?

Was denkst Du jetzt nach der Lektüre des Artikels? Ein aussichtsloser Fall? Ein Opfer? Selbst Schuld? Die Ausnahme?

Magst Du Dich mit bekannten Fällen, beide aus der Schweiz befassen?

Aus der Blick zur im Artikel genannten Coco:
1997 folgte ein weiterer Schicksalsschlag. Diebe stahlen das 1000-seitige Manuskript ihrer Autobiografie. Gleichzeitig wurde publik, dass sie sich aus finanzieller Not heraus in mehreren Thuner Etablissements als Prostituierte anbot. Im September 1998 wurde die Situation dramatisch. «Sie hatte zuletzt kaum noch gegessen und getrunken», sagte ihre Mutter zu BLICK. Am Telefon hatte die Mutter ihre Tochter noch gebeten, doch nach Hause zu kommen. «Zu zweit werden wir es schaffen!» Doch Coco war zu schwach und sagte, sie schaffe es nicht mehr, aus dem Bett zu steigen. «Mami, lass mich gehen! Ich kann nicht mehr.» Am Tag darauf erhängte sie sich. «Wie verzweifelt muss sie da gewesen sein …» Die Mutter war stets überzeugt: «Coco liess sich zwar etwas wegoperieren. Aber eine Frau wurde sie dadurch nie.» Quelle

Ebenfalls im Blick:
Der Grund für Nadia Brönimanns Rückblick: Sie hadert mit der radikalen Form ihrer Geschlechtsanpassung, bereut diesen Schritt.
«Heute würde ich mich gegen eine Operation entscheiden», erklärt sie. «Die Gesellschaft ist mittlerweile viel toleranter und akzeptiert Zwischenlösungen.»
Durch die Operation und die Hormonbehandlung habe ihr Körper massiv gelitten, die Folgen davon trage sie nun ihr Leben lang. «Transfrauen, die sich nie unters Messer gelegt haben, sind meist körperlich gesünder.»
Quelle

Was meinte der Experte eben im Artikel? Der Mann wäre selbst schuld? Sie hätten keine Verantwortung? Im Prinzip wären fast alle derartigen Eingriffe super und immer im Sinne des Patienten?

Selbst schuld … ?

Hast Du jetzt auch Mitleid mit Joachim? Vielleicht weil man ihn verhöhnt? Als Opfer der eigenen Idiotie und sich komplett von jeglicher Verantwortung reinwaschen will?

Vielleicht hörst Du hier noch mehr über diesen Fall, der mich fast zum Weinen brachte.


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